Restauration

Mit Hilfe von Freunden haben wir zunächst die Achsteile wieder provisorisch eingesetzt und den Wagen wieder rollfähig gemacht. Alle Anbauteile wurden entfernt und die notwendigen Schrauben gelöst. Da wurde auch klar, dass hier schon jemand mal zu Werke war. Hier waren verschiedene Schrauben verwendet worden.

Die Karosse wurde per Hebebühne und Gurte angehoben und auf ein eigens gebautes Gestell abgestellt. Heck und Vorderbau muss man bei Lagerung separat abstützen.

Ist die Karosse weggebaut, kommt man natürlich sehr bequem an alle Teile des Fahrgestells. Hier fand sich dann auch noch ein geflickte Bremsleitung, die oben auf dem Rahmen geführt ist. Den Rahmen hat man dann innerhalb von 2 Tagen als nacktes Teil vor sich liegen. Alle abgebauten Teile habe ich separat eingetütet, verpackt und ordentlich beschriftet.

Der Rahmen wurde dann eingehender begutachtet und die daran vorgenommenen Schweißarbeiten wurden entfernt. Das war an sich ordentlich gemacht, aber wenn man schon mal dabei ist….

…als ich das dann gesehen habe, ist mir schon das Herz ein wenig tiefer gerutscht. Glücklicherweise konnte ich einen im vorderen Bereich verunfallten Rahmen erwerben, der als Teilespender diente. Alle vom Lochfraß (Gruß an Dieter Bürgi…) befallenen Teile wurden entfernt. Von einem Spezialisten wurden dann alle Teile eingesetzt. Alle Schweißarbeiten wurden im WIG-Verfahren ausgeführt. Als das dann wieder repariert vor mir lag, hatte ich schon wieder etwas mehr Mut gefasst.

Der Unterbodenschutz (Wer zum Teufel hat dieses Zeug erfunden ??) wurde mit der Zopfscheibe entfernt.

 

 

 

Der Rahmen anschließend nochmals gesandstrahlt und schwarz seidenmatt pulverbeschichtet (In alle Gewinde vorher alte Schrauben ein paar Umdrehungen eindrehen).

 

 

Mit Mike Sander’s Korrossionsschutzfett wurde der Rahmen nach Anbringung der Markierungen innen ausgespritzt. Gut 4kg haben wir verwendet. Das ist zwar in der Verarbeitung recht aufwändig, hat aber in sämtlichen Tests sehr gut abgeschnitten.

Viele der tragenden Schrauben am Fahrgestell waren noch zu verwenden….mit Glasperlstrahlen und neuer galvanischer Verzinkung wurde hier gearbeitet. Schrauben an nicht tragenden Teilen habe ich in vielen Fällen durch Edelstahlschrauben ersetzt. Das Aufarbeiten wäre hier gegenüber dem Neuersatz wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, zumal einige Schrauben bereits durch nicht originale ersetzt waren.

Der Motor lief recht brauchbar, die Kompression war in Ordnung, so dass eine Komplettrevision hier nicht angebracht war. Wenigstens ein neues Farbkleid sollte er aber bekommen. Beim Abbau der Wasserpumpe brach dann eine Schraube ab….die wir aber ohne Probleme superexakt wieder ausbohren konnten, nicht einmal das Gewinde musste nachgeschnitten werden. Glück gehabt.

Dafür war die Schwungscheibe rissig, riefig und blau angelaufen. Hier musste auch Ersatz her, den ich gebraucht, aber aufgearbeitet auftreiben konnte. Die hintere Kurbelwellenabdichtung wurde in diesem Atemzug auch neu eingesetzt und die Ölpumpe getauscht. Irgendein Spaßvogel hat doch tatsächlich herkömmliches Silikon zur Abdichtung der Ölwanne hergenommen. Die Fetzen davon befanden sich im Ölpumpensieb.

Die Anbauteile wurden aufgearbeitet und der Motor wieder zusammengebaut. Mit neuer Kupplung, neu abgedichtetem Getriebe und neuen Kreuzgelenken war der Antriebsstrang wieder komplett. Als Kleinigkeit sei nocherwähnt, dass das Kupplungs- und Schaltgestänge mit sogenannten G-Clips zusammengesetzt wird. Das sind Federn mit Splintfunktion, die Spiel erlauben, aber gleichzeitig einen festen, ratterfreien Sitz der Teile gewährleisten. Kleinkram geht ganz schön ins Geld.

Der Rahmen wurde mit neuer Edelstahlbenzinleitung, neuen Edelstahlbremsleitungen und den aufgearbeiteten Einzelteilen wieder zusammengefügt. Die restlichen Teile der Bremsanlage wurden dabei ebenfalls erneuert. Langsam nahm das Fahrgestell wieder Gestalt an.

Der Karosserie wollte ich mich aber ebenfalls noch zuwenden, da der Motorraum neu auslackiert werden sollte und der Unterboden gereinigt werden musste. Unterbodenschutz auf der Kunststoffkarosserie Hatte ich schon erwähnt, das ich gern mal ein PERSÖNLICHES Gespräch mit dem Erfinder führen möchte ? Fast eine Woche unter dem Fahrzeug, kriechend, krabbelnd, schabend. Irgendwann war alles runter. Nur kleine Beschädigungen gab es zu reparieren. Die Metallstruktur der Karosse fand ich in gutem Zustand. Der Motorraum wurde ebenfalls gereinigt und neu lackiert (wie auch die Innenseite der Motorhaube).

Der große Tag der erneuten „Hochzeit“ näherte ich dann recht bald.

Die Hebebühne leistete auch hierbei wieder den entscheidenden Dienst. Die Gurte erlauben kleine Bewegungen der Karosserie, so dass man nicht auf den Millimeter genau vorher rangieren muss.

Mit der aufgesetzten Karosserie wurde die innere Kühlermaske entfernt und aufgearbeitet und der davor liegende Bereich separat neu lackiert. Die Kühlermaske verleiht dem Vorderbau Stabilität und ich wollte vermeiden, dass Risse im GFK entstehen, so dass ich diese Abfolge wählte.

Dann kam der Tag, an dem der Motor zum ersten Mal wieder laufen sollte. Bekommt man in einer solchen Situation immer schwitzige Hände ?

Bollernd setzte sich das Aggregat in Bewegung….und eine Pfütze entstand recht schnell auf der Unterlage. Mist – Benzingeruch. 2x an der falschen Stelle abgedichtet. Man sieht Benzin eben nicht, wenn es an einer Chromleitung herunterläuft.

Die Bremsanlage wurde mit Silikonbremsflüssigkeit befüllt. Ich habe diese Variante gewählt, da diese Flüssigkeit nicht hygroskopisch ist. Dies vermindert die Rostgefahr im Bremssystem deutlich. Das ist oft ein Corvette-Problem, insbesondere bei den Scheibenbremsen.

Grund zum Fluchen findet man auch bei der Montage der vorderen Stoßfänger. Die wieder gleich hoch einzusetzen ist ein absolutes Geduldspiel, der Tanz mit der Dachlatte….immerhin 8 Stunden nur für die beiden vordern Hälften.

Bis auf die Motorhaube war das Fahrzeug komplett…und der erste Rollout noch ohne korrekte Fahrwerkseinstellung konnte stattfinden. Ich war überrascht, das hier alles glatt verlief.

Mit endgültiger Komplettierung wurde das Fahrwerk eingestellt. Oft eine Fehlerquelle bei gebrauchten Fahrzeugen der C2 und C3 Generation, die hier recht empfindlich sind.

Nachträglich wurde dann noch ein neues Verdeck auf das restaurierte Gestänge aufgezogen. Die Arbeit wurde ebenfalls durch eine Profi erledigt (und das Fahrzeug konnte sich auf eigner Achse dorthin bewegen).

 

Bis zum heutigen Tag habe ich schon etliche störungsfreie Kilometer zurückgelegt.

Wave on....

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